SUHRKAMP VERLAG






  

SUHRKAMP VERLAG

Siegfried Unseld, Paul Celan, Juergen Habermas, Durs Gruenaum, more below

 
 

 

 

 

 
 



 

 

 




 














 



11.11.2009



 

Lieber Herr Fellinger,

Hiermit, als Anhängsel, was mir

10 K Worte sinds

zu dem komplizierten

Verhältnis Roloff/Suhrkamp einfällt.

Kürzungen

[das wichtigste so geklammert]

überlaß ich Ihnen.

Dies sit mir im nachhinein als allgemeine Gedächtnitzstütze länger

als vorhergesehen gelungen {?}.

Und das Resumé.

 

Für mein inzwischen holpriges Deutsch bitte ich Sie mich nicht zu sehr am Ohr zu ziepen. Ich komm mir sehr unbeholfen vor. Auch für die Rechtschreibung

besteht keine Haftung.

 

Cc an den lieben Jochen Jung,

 den Verlags Vetter Ulrich von der Schulenburg und an Joachim Unseld die sich schon interresieren könnten an diesem Schrei Johnahs aus dem Bauch des Verlagswesens. Sowie an Professor Jefford Vahlbusch der mich vor einigen Monaten ausgiebig für seine Arbeit über die Amerikanische Hesse Rezeption ausgefragt hat,

 an Christopher Lehmann-Haupt, auch ein Deutsch-Amerikaner, anderer Art, der lange Jahre Rezensent der New York Times Daily Book Reviews und dann das Obituary betreute und dessen ueber Roger Straus und Robert Giroux in diesiege Hinsicht schon interressant sind.  Sowie an Elizabethe Sifton [Niebuhr] die einiege Einsischten von Farrar, Straus hat

und die zwei Vetter

Christian von Alvenleben und Alexander Schleber, der Alex auch Uebersetzer aber jetzt in Belgien lebend.

.

Mit [1] dem Brief an Boris Kaschka [re: Farrar,Straus],

[2]der „ Tragik Komödie Urizen Books,

ist dies

dem letzten [3] und dritten Schrei,

dreimal kräht der Hahn am Morgen, und wenn der Jonah dreimal schreit, was bedeutet das?

Zerplatzt dann der Wal? Nein, man hört keinen Ton: was wir tun ist auf Wasser oder Wüstensand geschrien.

Ihr, Michael Roloff

http://www.facebook.com/mike.roloff1?ref=name

Member Seattle Psychoanalytic Institute and Society

This LYNX will LEAP you to my HANDKE project sites and BLOGS:

http://www.roloff.mysite.com/index.html

"MAY THE FOGGY DEW BEDIAMONDIZE YOUR HOOSPRINGS! +

THE FIREPLUG OF FILIALITY REINSURE YOUR BUNGHOLE!" {J. Joyce}

"Sryde Lyde Myde Vorworde Vorhorde Vorborde" [von Alvensleben]

 

Hab nichts dagegen, dass Sie dieses Schreibsel an einige der darin genannten, HME, Handke, Becker, Walser, Winkler, Henny, Skwara, Kroetz weiterleiten.

Au contraire... wünsch es mir sogar!

ROLOFF/ SUHRKAMP

1] Enzensberger/ Ruth Landshoff-York

Mein absolut erster Kontakt mit dem Suhrkamp Verlag,

[wohl eher indirekt, wenn man diesen Kontakt  nicht den reinsten Zufall nennen wuerde ist dass der Dieter Kühn

http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_K%C3%BChn_%28Schriftsteller%29http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_K%C3%BChn_%28Schriftsteller%29

den ich waehrend meines Junior Year Abroad in Muenchen traf und dann zu einem Austausch Studententum bei Haverford College behilflich war, dann Suhrkamp Autor wurde! Hab ihn persoenlich nie wiedergetroffen, nur sein Werk.]

und der Suhrkamp Kultur, [außer daß ich sicher schon Insel Bücher während der Deutschen Kindheit in meines Vaters von ihm kaum benutzten großen Bibliothek gelesen hatte] der Verlag aber mir kein Begriff trotz dem „Junior Year - 1956/7 – Abroad“ in München und Berlin – war wohl als ich HME [Hans Magnus Enzensberger]bei Ruth Landshoff-York in New York ihrer Wohnung, bei einer ihrer Parties in ihrem kleinen Hinterhof kennen lernte: woran ich mich erinnere ist das HME ein guter Zuhörer war, ein sehr offenes Ohr! Das ganze Gesicht strahlte Wissen-wollen aus.

Ruth habe ich durch meine Mutter, Alexandra von Alvensleben [Roloff/ Weber] kennen gelernt. Die beiden Schönen waren seit Berlin miteinander befreundet [es gibt eine berühmte Kokoschka Zeichnung von Ruth, eine Enkelin Bermann-Fischers die, wie gesagt, auf dem Schoß von Thomas Mann aufwuchs]. Ein Verwandter, ein Graf York, eingebürgeter Amerikaner bei Chase-Manhatten als Bankier arbeitend, heirate Ruth, so daß sie aus Italien in die USA auswandern und überleben konnte. Ruths Freundin bis zum Tod der Raucherin an einem Herzanfall bei einer Aufführung Peter Brooks Marat/Sade Aufführung in New York [1965] war Ellen Stewart [La Mama, Theater], kein Arzt im Haus konnte noch helfen]. Wie HME zu Ruth gestoßen, das müßten Sie ihn fragen, aber einige Sachen von Ruth wurden glaube ich zu der Zeit von Kiepenheuer gemacht, vielleicht auch im Feuilleton. Ich habe leider nie mit Ruth über ihre Erfahrungen in der Emigranten Kolonie NY gesprochen. Kannte dann Hans Sahl ein wenig, ich glaube der Wolfgang Skwara kannte Sahl besser.

Ruth wurde unterstützt von dem Dichter Kenward Elmsley, der hatte eine gegenüber Wohnung in der Cornelia Street [West Village], Nachkomme der Pulitzer Familie. Deutsch-Jüdische Aristokratie trifft sich mit entsprechenden aber lockerer Art hier. Boheme. Ruth lebte eine gewisse Illusion, ein „Als Ob“ : die jungen - ich erinnere mich an die damals jungen Amerikanischen Dramatiker Lanford Wilson, Paul Foster, etc. – entsprächen den Talenten ihrer Jugendzeit von denen diese Jungen wohl noch nicht viel gelesen hatten. Weiss nicht genau wann ich HME’s VERTEIDIGUNG DER WÖLFE las, aber bald danach. Hab eine Auswahl [Atheneum] auch mal in der NY Times Book Review besprochen. Dadurch daß ich mit Cornelia Schäfer, der Gattin von Mike Bessie [Atheneum], befreundet, erfuhr ich Jahre später [Anfang der 70ziger], daß Atheneum mit HME nicht weitermachen würde, auch von Martin Walser haben die nur einen Roman gemacht und dann aufghört, ich konnte auch für Walser als Suhrkamp Agent [1969-71] dann nichts tun außer daß ich das Stück Zimmer Schlacht in meiner Avon Anthologie aufnahm. Wer das übersetzt hat und ob es jemals aufgeführt, daran erinnere ich mich kaum. Aber 1972  machte ich einen Vertrag für zwei HME Essay Bände, im gewissen Sinn mit mir selbst, bei Continuum Books, oder schon vorher, als Linz und sein Herder & Herder noch bei McGraw-Hill waren bevor dessen profane Seite dann Continuum Books Seabury Press 1972 wurde [der religoese Teil von Herder wurde Crossroads  bei Seabury, einem Episcopalischen Verlag]. Jedenfalls übersetzte ich dann diese zwei Sammlungen bei einer sechs-Monate-dauernden Schiff Fahrt halb um die Welt und zurück, und verlegte die dann. Das erste was ich von HME übersetzte aber war sein so schönes Essay über Nelly Sachs, das ich als Vorwort zu meiner Ausgabe ihrer Gedichte OH THE CHIMNEYS bei Farrar, Straus [1967] benutzte. Später, als co-Verleger von Urizen Books, hab ich dann das MAUSOLEUM gemacht [1977, Neugröschel Übersetzung], welche HME uns sozusagen zur Heirat oder was immer gegeben. Na ja, wer hätte es schon sonst gemacht! Bei Continuum Books hab ich krampfhaft versucht einige dieser schönen Essays [Politics and Crime & The Consciousness Industry] bei Zeitschriften zum Vordruck unterzubringen: nada – nicht einmal sein und mein angeblicher Freund Robert Silvers vom N.Y.R.B. machte was. New Left Review hat glaub ich seine Cuba Chose gebracht, die hab ich nicht übersetzen müßen. Also, er war intelligente Gesellschaft, ein guter Lehrer für einen so schlecht geschulten wie mich, auf der Reise auf der Hellenic Splendor. Auch sein Vorwort zu Las Casas hab ich dann übersetzt für meine eigene Ausgabe des Kurzen Berichts. Als Suhrkamp Agent bei Lantz-Donadio 1969-71 habe ich dann Bob Kalfin von der B.A.M. davon überzeugt HME’s Verhör von Havana aufzuführen. Irgendwann, in den späten 70ziger Jahren tat HME so als ob Urizen nicht interessiert sein könnte an seinem Titanic Gedicht, das er, von ihm selbst übersetzt, Atlantic Monthly Press gegeben hat, was mich daran störte war dies tun „als ob“, Obligation Loyalitaet bedeuten mir heute noch einiges trotz psychoanlytische gelernten Wissen um die darin enthaltenen Verzwicktheiten, besonders nach dem vorhergehenden Einsatz, weder ich noch Urizen hat jemals auf irgendeinem Recht bestanden, außer eben dem Recht hundsfottsziges Benehmen zu beanstanden. In den spaeten 80ziger Jahren, keine Verlagsarbeit mehr, habe ich mein Chagrin ueberwunden und HME gebeten eine Frau Dr. Med. Pommer für mich in München zu finden, das ist ihm nicht gelungen; eingerenkt hat sich die einmalige Freundschaft aber nicht wieder. Ich glaub das letzte mal, das ich mit ihm zusammen war, nach eine PEN Club Treff in New York [es kann der Ramsey Clark Abend gewesen seim [?], HME war in Begleitschaft einer sehr schoenen, sehr erotischen Deutsch-Aristokratischen Dichterin, deren Name mir entfaellt, er hat’s sich dann ja in dieser Umgegend ein wenig herum getrieben, ob da mehr zu finden ist als in anderen?

Jeder hat an HME was auszusetzen: dem Uwe war er zu sinnlich, dem lüsternden neidischen Sonnengott Handke nahm er zuviel Licht weg, ich finde ihn ein bisschen zu gescheit, cute. Hier in der USA hat er nie den ihm entsprechenden Eklat bekommen, aber das liegt an dieser Landschaft und nicht an ihm.

 

Aber daß das mir dies alles uns, HME und mir, bevorstand hätte ich kaum 1961 ahnen können als ich damals zwei Jahre Germanistik bei Stanford University hinter mir,  M.A. [Musil], die Idee mein Leben unter Germanisten zu verbringen scheinbar dem Unbewußten so schauerlich, daß ich da schon am absterben war und erstmals 9 Monate nach Alaska, als Wald Feuer Bekämpfer, dann 6 Monate als geologischer Assistent, wo mir dann wieder mein Poundianismus eingefallen ist und ich nach NY und eine literarische Zeitschrift, Metamorphose, machte, mit Frederick Jameson, die auch/ noch vom Valery-Proust Museum angehaucht. Von Deutscher Nachkriegs Literatur bekam ich in Stanford nichts zu spüren, auch nicht viel während des „Junior Year Abroad“ [1956/7], schnüffelte zwar in Buchläden in München und Berlin herum, die Richtigkeit der Entscheidung nicht Germanist zu werden, da ich als solcher überhaupt nichts taugen würde außer schnellstens zu verkalken, haben mir die 10 Jahre hier and der Universität von Washington als „Visiting Scholar“ dann nochmals bewiesen, Bekanntschaft mit vielen der früh verknocherten, es gibt Ausnahmen, zu wenige. Die vorkriegs Literatur hatte ich ziemlich intus, der Deutschsprachige Expressionismus hatte es mir angetan, schon in der College Zeit, ein wahrer Trakl Mensch wohnte nebenan dem Morgenstern and Ringelnatz Menschen, mit so viel verschiedenen Liebschaften kann man eigentlich nur Verleger werden, oder Zuhälter! Kurt F. Reinhardt machte einen guten Kurs über die Romantik in Stanford, schon im College hatte ich einen guten Göthe Lehrer in Harry Pfund gehabt, und gute Shakespeare Leute in Haverford,  John Sargent, und jemand der was von Metaphorik verstand in München...

 

Durch Bekanntschaft mit Pound’s Sachen, hauptsächlich dem ABC of Reading, war ich schon eher Modernist, und hatte schon bevor ich auf Pound’s Weisung stieß „daß man nur einige Sachen wirklich absolut kennne müßte,“ im College mich ein Jahr exclusiv mit Faulkner und eins mit Kafka beschäftigt [sah dem zweiten schon sehr ähnlich am Ende des Sophomore Jahres]; danach kamen in Berlin intensiv Lukacs und Brecht, in München habe ich nur die Amerikanische und Englische Modernen, besonders Virgina Woolf, gelesen [!], und dann kam der Fasching, aber immer viel ins Theater auch in den Semester Ferien in Paris [Theatre de la Huchette, das große Ionesco Erlebnis, auch viel anderes da] wie auch dann in Berlin. - Wenn man so vorgeht verpaßt man ja auch vieles! Ja, die Russen waren auch einflußreich. Alle. Aber der Aufbau Verlag war mir viel mehr Begriff in Berlin geworden als Suhrkamp. Zwar eingeschrieben bei der FU ging ich jede Nacht ins Theater oder in die Oper, las tagsüber Brecht und alle Lukacs Sachen über Literatur, er hatte ja bis auf Brecht und andere Moderne ein weitmaschiges Verständnis von was so „Realismus“ heißt, und daß er dann auch blinde Flecken hatte machte mir nichts aus, ich las die von ihm besprochene Werke. Für einen Dollar bekam man zu der Zeit vier D-Mark, und 4 D-Mark waren 4 Ost-Mark wert. Was ich dabei verpaßte, war das Seminar über den Deutschen Barock. Klassenbewußtsein hatte ein declassé wie ich  kaum, als Kind schon aus den Burgen und Klostern wo ich versteckt wurde eigentlich immer weg, außer dem Internat Schloß Plön wo mir diese Rittersähle und großen kahlen Zimmer nichts ausmachten [1948-50] trotz des miserablen Futter, aus Ami Kübeln ausgeschenkt, die Burschen und Mädel waren irgendwie sehr in Ordnung trotz dem doch gerade Vorbei der Nazi Era, außer einem Sohn eines Nazi Generals, auch die Lehrer – das Gymnasium lag unten im Städtchen. Vielleicht hab ich den Schock der ersten zwei Jahre der Amerikanischen Highschool in West Orange nie überwunden, trotzdem die nachhergehenden zwei auf einem Quaker Internat in der Nähe von Poughkeepsie, N.Y. [Oakwood School] sehr schön waren, außer daß ich mich da eingepfercht fühlte [aber wo fühle ich  mich nicht so?], ich hatte das Glück zwei ausgezeichnete Englisch Lehrer zu haben, besonders den zweiten, Yoshira Sonbanmatsu, der uns 16 + 17jährigen sogar mit Finnegan’s Wake und ich weiß nicht mit wie viel anderen großartigen Sachen bekannt machte die einen gewöhnliche Weise erst im College erreichen. Steh immer noch mit dem 86 Jahre alten jungen lieben Kerl, der dann auch Künstler wurde, in Verbindung und er kommentiert mir mein Zeug!

http://sanbonmatsu.net/CatalogÜ-Raisonn%E9.php

 

Der erste anständige Englisch Lehrer nach der West Orange Misere was Terry Matern der an Korallenfieber litt, Mitgabe des 2ten Weltkriegs an diesen Marine Taucher im Pacific dessen Begeisterung für Walt Whitman auf mich überschwappte.

 

Da das schöne Alaska Geld 1961 mir schnell ausging arbeite ich dann in New York als „reader“ für ich weiß nicht wie viele Verlage, aber über Deutsches  hauptsächlich für Fred Jordan bei Grove Press, Seymour Lawrence Atlantic Monthly Press, Tom Wallace [geborener Wallach, die Familie stammt aus Wien!] bei Putnam, und Roger Klein bei Harpers, und fing an zu übersetzen, was ich auch schon als Senior im College gemacht hatte [ein Brecht Lehrstück, dann Musils Die Portugiesische Frau, teil des nie vollendeten Magisters – trotzdem ich viel von der Germanistik und Amerikanistik and Anglistik gelernt, geht mir diese Art und Weise sich mit Dichung zu befaßen gegen die Ader, immer noch; es schmerzt. In New York übersetzte ich Ernst Jünger aber nur der Zusammenarbeit mit der Amerikanischen Dichterin Louise Bogan zu liebe, Jünger war beliebt von den einiegermaßen konservative Literatur Szene um Auden, Bogan, Jarrell herum, Jünger’s Politik und Benehmen im 2ten Weltkrieg machten diesen Leuten scheinbar nichts aus. Dieser Aethetizismuc wiederte mich eher an, na ja, Stilist war er schon und gab einem interressante Uebersetzungs Probleme auf.

Für Fred Jordan arbeite ich an Ursule Molinari’s bei weitem nicht schlechten Übersetzung von Uwe Johnson’s Das Dritte Buch über Achim, das es ja für einen Übersetzer in sich hat. Das könnte man als zweiten indirekten Kontakt bezeichnen. Die selbe akribistische Arbeit leistete ich dann an der Leila Vennewitz Übersetzung von Kluge’s Lebensläufe für McGraw-Hill. Eine Teil von mir kann sich vorstellen nur als ein so-genannter „finisher“ zu arbeiten! Im nachhinein verwundert mich das akribische Arbeit leisten, der doch oft so schlampig ist. Eine Grossmutter, wie Pianistin war, hatte Silberschmiede als Brueder, vieleicht daher?

Die Mutmaßungen wahren vieleicht schon erschienen, auch von Ursule, die ich dann kennen und schätzen lernte, [?] übersetzt. Johnson tauchte in New York auf, ich interviewte ihn dort und auch in Boston in der Wohnung meines Freundes und Co-Editor von Metamorphose Frederick Jameson, der Ihnen vielleicht als ziemlich interressanter Amerikanischer Marxist bekannt sein koennte, den glaub ich am Berliner Ensemble 1957 kennen gelernt zi haben, jedenfalls stammt die Bekanntschaft aus der Berlin Zeit. Johnson persönlich wäre also wirklich der 2te Kontakt mit Suhrkamp. Dann gab mir Roger Klein zum übersetzen anfangs 1964 drei Hesse Romane – Unterm Rad, Peter Camenzind und Demian -   [das könnte man chronologisch wohl als dritten oder – Kuehn! - vierten Kontakt bezeichnen], und  diese Romane nahm ich anfangs 1964 mit nach Deutschland wo ich sie, hauptsächlich am Ende des Jahrs in London, bei meiner Schwester wohnend übersetzte. In der Deutschland Zeit reiste ich als Scout für Seymour Lawrence herum, mit dem ich in diesem Jahr von der Atlantic Monthly Press zu Alfred Knopf mitgenommen wurde [wo er selbst nur ein Jahr blieb, und dann, zurück bei Atlantic Monthly Press, die die von mir ihm empfohlenen Peter Weiss und Peter Bichsel Prosa machte.] Peter Weiss Sachen hatte ich schon für jemand in New York gelesen und ich erinnere mich wie schwer mir die Beschreibung von so etwas damals ungewöhnlichen wie Schatten des Kutchers & Das Gespräch... gefallen ist... also das ist in gewißer Hinsicht mit Johnson eigentlich auch als zweiter oder dritter Kontakt mit Suhrkamp zu betrachten, wobei aber verlegerisches sofort teil des Gesprächs mit Johnson [wieso aus dem Osten weg, können Sie von dem was sie Schreiben leben?] wurde, beim lesen von Weiss Prosa keine Rolle spielte. Die Sache über Peter Weiss hatte eine Deadline, irgendein Kultur Bonze an der Park Avenue, kein Verlag, habs  um einen Tag verpaßt, und wurde bestraft damit daß ich nicht bezahlt wurde! An so was erinnnert man sich sein ganzes Leben wenn einem sowas paßiert als man arm war. Weiss und ich befreundeten uns dann einige Jahre nachher, ich kannte alle seine Deutschen Sachen, 1964, in Berlin, ich interviewte ihn für Partisan Review, für die ich auch Lukacs interviewen sollte, in Salzburg bei einer Hegel Konferenz, aber der tauchte nicht auf, ich hätt nach Budapest fahren sollen. Übersetzt habe ich nichts von Peter. In New York traf ich ihn wieder, auch in Princeton 1966, und mit dem Amerikanischen Dichter Freund Fred Seidel, der hatte die besten Verbindungen zu der Créme de la Créme der NY Literatur Szene, machten wir eine großes Essen für Peter, sein Marat/ Sade war ja ein riesen Erfolg... warum Atheneum die Prosa nicht gemacht, ich habe weder Cornelia noch Mike Bessie gefragt. Aber Atheneum war ein Triumvirat  von Bessie, dem Knopf Sohn und jemand der glaub ich Hayden hieß, und auch nach einem Martin Walser Roman machten die nicht weiter. Typisch für solche Amerikanische Verlage. Weiss’s Werk hat auch keinen nachhaltigen Einfluß ausgeübt, ja welcher Ausländer überhaupt tut’s hier schon [?] trotzdem von Leuten wie Weiss, Johnson Handke, Winkler etc. Etc. doch viel zu lernen ist, außer daß ich mir nicht vorstellen kann, daß Susan Sontag ihre berühmte Kurzgeschichte, „The Way we Live Today,“ auf so formalistische Art geschrieben, hätte sie nicht diese Sachen vom Peter gekannt. Ich habe die beiden auch miteinander bekannt gemacht und sie zu einer Aufführung von Koppit’s Stück Indianer mitgenommen, und danach zu Elaine’s, Stammlokal aber noch nicht so berühmt wie viele die da hingingen, zum Essen und zum Schwäfeln.

http://nymag.com/listings/restaurant/elaines

1964 wohnte ich zuerst ein paar Monate in Villiprott außerhalb Bad Godesberg bei meiner Mutter und ihrem zweiten Gatten, der als Oberst A.D. der Amerikanischen Armee einen Magister in Germanistik an der Universität Bonn machte, auf Kosten der G.I. Bill - wenn Ihnen diese äußerst wichtige Amerikanische nachkriegs Einrichtung/ Gesetzgebung ein Begriff ist, wohl viel mehr an dem „enlightenment“ der hiesigen Schafe verantwortlich ist all alles andere, und der dann auch viele Amerikanische nachkriegs Verlagsgründungen erlaubte, anfeurte, besonders die ganze „quality paperback“ Revolution im hiesigen Verlagwesen, z.b. Anchor Books,  die schon auf einiges Vorhergende aufbaute, aber besonders die Leser an ausländische Literatur interressierte, was ist in den letzen Jahren wieder sehr abflaut. Viele dieser Verleger waren auch G.I.s gewesen, auch die emigranten Verleger [Helen Wolf ist die bekannteste, aber auch Fred Präger, aus Wien, sowie sein Nachfolger mein Onkel Georg Aldor, und viele viele andere, Schocken, Howard Fertig, etc. etc.] haben große Veränderungen im damaligen Verlagswesen geschaffen; auch Agenten wie die Suhrkamp Vertreter Joan Daves und Kurt Bernheim, Sanford Greenburger [Rowohlt], Max Becker, Elizabeth Marton, Robert Lantz gab es schon als Vertreter zuerst von emigrierten Schrifstellern und Schauspielern, Filmleuten [Elizabeth Bergner] etc.

In Villiprott machte ich eine Übersetzung für Präger fertig, gab dem Stiefvater eine ab, Rühle’s Theaterbuch, und führte ihn in diese Branche ein, in der dieser Shakespeare Narr ordentliche Arbeit geleistet hat, und fing selbst dann mit dem Scouting an, Köln, Kiepenheeur, Dumont; Neuwied, Luchterhand. Besonders hab ich Carola Stern bei Kiepenheuer in gutgesinnter Erinnerung; und da mir all die lieben Leute Fahnen zum Lesen gaben...                            

Da der damalige erste Sekretär der U.S. Botschaft, später Botschafter, Marin Hillenbrand und Frau mit meiner Mutter schon seit 1945 befreundet waren, dem wilden Onkel in Mozambique schon seit 1943, hab ich mich auch in dieser Umgegend herumgetrieben.

4] Hamburg/ Raddatz/ Jürgen Becker

Dann ging’s nach Hamburg wo die Tante Annalie von Alvensleben [ihr Sohn, Vetter Christian ist ein bekannter Photograph] wegen ihrer charmanten großen Schnauze sehr beliebt war bei großen Männern, u.a. Rudolf Augstein und Ledig Rowohlt, wodurch ich Fritz Raddatz kennen lernte und den Jürgen Becker und es gab einen ereigniss-reichen Bummel durch St. Pauli wo Raddatz scheinbar Zuhälter kannte, jedenfalls befreundeten Jürgen und ich uns ohne es mit der von Raddatz uns aufgetafelten wirklich schönen Nutte zu treiben! Die Bekanntschaft mit Jürgen wäre also wohl # 3 oder # 4 oder  # 5. Rowohlt machte zu der Zeit sehr viel Östreichisch experimentelles, Konrad Bayer hat es mir angetan, ob das Ledig’s eigenes Interesse  oder Raddatz war weiß ich nicht, ich habe sie mir alle beschafft und war dann ein wenig vorbereitet auf Handke. Hab auch mal mit Rowohlt einen Vertrag über Ossie Wiener’s DIE VERBESSERUNG MITTEL EUROPAS gemacht, auf einer Papier Serviette in Harry’s Bar in Frankfurt, wenn man dann seine Meinung änderte tunkte man die Serviette nur in ein Glas Whisky... Neugröschel hat glaube ich auch einen Teil davon übersetzt... wofür, für wen??? ... ich erinnere mich nicht, vielleicht war’s für die Metamophose deren letzte Nummer ich im selben Jahr in Nijmegen bei der Königliche Druckerij van Zee zu Bett legte da der Verleger Michael Lebeck danach einer Sufi Sekte verfiel und nur noch imaginäre Steine in seinem wahrlich jetzt ver-rücken Kopf auf und nieder schob. Ich kann mir nicht vorstellen daß ich so waghalsig war den Ossie dem Farrar, Straus zu der Zeit anzudrehen oder dem Seymour Lawrence. Also das muß wohl 1964 auf der Buchmesse gewesen sein. Ich las mal, daß Handke diese große Verrückheit redigiert hätte, ob das stimmt? Und der Ossie Wiener soll als Barkeep in Dawson City oder Whitehorse gelandet sein, oder gearbeitet haben? Wo ich 1960 mit einem Freund in unserem Nash Ambassador durchgefahren bin. Noch ziemlich wilde Orte damals. Vielleicht auch jetzt noch.

Ich habe schon bei den anderen Verlagen in Hamburg da, Hoffmann & Campe, auch vorgesprochen. Im Moment erinnere ich mich nicht wer Siefried Lenz’s sein Amerikanische Verleger zu der Zeit schon war. Hill + Wang? Grass, Luchterhand, war bei Pantheon gelandet und ging dann über zu Helen Wolf/ Harcourt Brace. Für Jürgen hab ich nie was in Amerika gemacht außer ihn bei einem Besuch in NY mit Donald Barthelme bekannt zu machen, mich zurückwendend in meine Vertreter Zeit fällt mir ein, daß vielleicht Auszüge aus einigen seiner Sachen dann an kleine Zeitschriften an die Frau oder den Mann gebracht hätten werden können, hätte es Übersetzungen gegeben. Ein Vorschlag für den Verlag, es wird ja auch schon öfters jetzt so gemacht, aber auch bei schwer verkäuflichen dann. Das einzige was ich während der zwei Jahre als Suhrkamp Vertreter übersetzte waren vier Krötz Stücke, unbezahlt, für den Freund, den Regisseur Carl Weber, da der Mockinpott, glaub ich, jedenfalls die Option auf irgendein Weiss Stück das er haben wollte schon an einen anderen Regisseur versprochen war. Ich machte mir dann extra Mühe mit Krötz, ging eine Verbindung ein mit Cormac McCarthy, der einzige mir bekannte Amerikanische Schriftsteller der in etwas dem Bajuvarisch entsprechenden ähnlichen Dialekt zu der Zeit [Orchard Keeper] schrieb, daraus ist dann aber nichts geworden, und ich habe zurückgegriffen auf meine Bekanntschaft mit dem „broken English“ des Afro-Amerikanischen Ghettos, da, wie es mir vorkamm, es auf das Kommunizieren in der nicht Kommunikation, im Unartikulierten ankam wo die gewöhnliche einem nur vorgaukelt oder zu abgeschliffen ist. Darüber wäre mehr zu sagen, anhand der Diskussion zwischen Faktotum Hans und Herrn Quitt in Handkes Die Unvernünftigen [die  die Yale Drama dann  1979 in meiner Uebersetzung machte] und anhand den Handke Stücken die nur aus Bildern bestehen, Vormund und Stunde und inwiefern - es liegt ja nicht an der Sprache selbst - der Wortempfang/ die Macht des Wortes getötet, so veringert ist/ wird.

Weber habe ich erstmals als Deutschen Soldaten in Becher’s „Panzer auf der Buehne“  Stalinschlacht im Ensemble 1957 zu Augen bekommen, bevor er dann in meinem Leben so um 1970 auftauchte und dann schöne große Amerikanische Premieren von Kaspar und dem Bodensee machte. Weber hatte irgendwie 10 K Dollars für eine Krötz Aufführung organisiet – Krötz wollte die ganze Summe für sich selbst! Typisch leider für jemand der vor kurzen Zeit zugab daß seine einziegster schlechter Charakter Eigenschaft sei dass einige Leute sagten er sei geizig – gierig wäre wohl daß richtige Wort für einen Ausbeuter jeder gräßlichen Lebens Situation für sein Theater. Ich habe dann diese vier Stücke und Wunschkonzert, [von jemand anders übersetz], bei Urizen verlegt, schöne Einführung von Richard Gilman mit dem ich mich über Handke befreundet hatte,  $ 1000, und zahlte mir selber $ 300 als Übersetzer. Als es dann zu Aufführungen in den späten 70zigern kam teilte Krötz die Tantiemen nicht mit mir. Voraussehbar.  Glücklicherweise hatte ich dann die Chance einmal als ich selbst Geld brauchte $ 500 für mich zu retten. Und vor ein paar Monaten kam der Wunsch aus Sidney ihnen Erlaubnis zu geben fuer meine Uebersetzung von Maenner Sache dessen Auffuehrung, sowie, dessen zweite Fassung, Ein Mann ein Woerterbuch, Kroetz damals verboten hat, und was sich dann in das mich anwiedernde [des Stueckes Unehrlich- und Falscheit wegen....] Durch die Blaetter umwandelte.              

              Was mich noch mehr anwiedert sind Leute die Weiber schlagen, und einige anderen Sachen in dieser Richtung hin. 

Darüber daß er selbst so  gierig geizig ist sollte Krötz – der doch sagte er haette aufgehoert zu schreiben - eigentlich doch noch ein nachträgliches Stück machen über sich als Ausbeuter von Unglücks-Situationen, und als Giergeizhals, er macht das doch so großartig! Vielleicht tu ich’s für ihn!

 

1970 kam Peter Brook einmal zu mir in die Wohnung und wollte eine Option auf Kaspar für England. Weil’s Peter war dessen Marat und Midsummer Night’s Dream Aufführugen ich so großartig fand, kriegte er die Option für nichts, ich gab ihm noch Roman Jakobson’s Buch über Aphasie und Phonolgoie, das im nachhinein nicht nur für das Stück aber auch für Handke selber so eindringlich zutreffend ist. Brook machte aber nichts außer Französische Irrenanstalten mit seiner Kaspar Inzenierung zu besuchen, und ist für mich, trotz der schönen Sachen die ich von ihm an der Buffe du Nord gesehen, eine der wirklich großen Enttäuschungen weil er die großen Dramatiker seiner Zeit, auch die Deutschen, vollkommen vernachlässigte.

4] In Berlin dann lebte ich erst wirklich wieder auf, ich muß ziemlich erschöpft in Villiprott angekommen sein, und das Tief das über dem Rheinthal in diesem nebeligen Winter lag, hat auch nicht geholfen. Berliner Luft, trocken kühl, vielleich weil es die erste die meine Lungen geschluckt, tat immer wohl. Irgendwann muß ich 1943 meine Eltern, oder vieleicht nur meine Mutter in Berlin während eines Luftangriff besucht haben, traumatisch, beide Eltern durch Hilfe von zwei Ärzten in Berliner Polizei Hospital [Charlotte Pommer und Albrecht Tietze] haben ihre Gestapo Haft auf ziemlich mirakolöse Weise überlebt, viele Verwandte waren aber auch geköpft oder erschoßen oder gehängt in Berlin und Umgegend, Berlin war eine Stadt da geisterte vieles herum, trotzdem fühlte ich mich dort immer ziemlich wohl, Weihnachten 1949 in Berlin, auf Ferien von Plön, wurde ein erlebnisreicher Weihnachten, - erster Film, erster scheue Kuss - bevor ich dann 1950 im Herbst nach Amerika.

Uwe wahr in vielem behilflich. Ich traf Hans Werner Richter, Peter Weiss. Leider bestand Günter Grass auf ein Interiew ohne Tonband und was ich dann darüber für den Atlantic Monthly schrieb, besonders stolz bin ich nicht. Sonst, ja ja ich war so vorbereitet wie bei Johnson und Peter Weiss.

Wollte auch mal einen Ost Berliner Verlag ausscouten, Uwe erzählte mir einiges über die dortige Literatur, ich rief den Aufbau Verlag vom  Bahnhof Friedrichstraße an. Datum sowie Zeit wurden mir überlassen. Mit dem Aufbau Verlag hatte ich viel eher ein Verhältnis als mit Suhrkamp trotzdem ich doch schon einiege seiner Autoren kannte, denn Aufbau war doch der Verleger von Lukacs. Und von vielem über was Lukacs schrieb, und ein Dollar war wert vier Westmark and eine Westmark vier Ostmark, mit einem Dollar konnte man also ganz schön Bücher anschaffen in Ost Berlin um 1957 herum.

Als ich ankam an dem Verlag an der Französischen Straße – in ihrem noch Trümmerfeld, ziemlich nahe von Checkpoint Charlie –  warteten entweder alle oder niemand auf mich, kein Wärter, kein Portier, ich nahm die rechte Treppe, Stille nichts als Todesstille auf jedem Etagen Absatz, ich klopfte an der Tür eines Herrn Caspar, und wir unterhielten uns, ich habe nicht gefragt ob daß der reinste Zufall war, daß ich bei dem 2ten Mann in dem Verlag gelandet [ich habe diese Unterhaltung einmal beschrieben und sie dem Johnson Nachlass geschickt auch anderen bei Suhrkamp]. Es war schon klug von mir Uwe’s Namen nur zuletzt zu erwähnen, Caspar - angeblich Kommunist geworden als Amerikanischer Afrika Korps Kriegsgefangener beim Baumwollepflücken in Arizona - bekam einen Wüstensonnenroten Kopf, und ich berichtete Uwe von seinen Drohungen. Um mich der Rechtschreibung seines Namen zu vergewissern googelte ich ihn und bin auf haaresträubende Sachen gestoßen wie in der DDR die verschiedenen eigentlich sehr vielen Verlage nicht miteinander ausgekommen sind stieß ich auf dem Web auf diese Bücher:

http://books.google.com/books?id=yr5Iw1Ybqn4C&pg=PA83&lpg=PA83&dq=Caspar+Aufbau+Verlag&source=bl&ots=y8fANNTTGy&sig=mwObHo2z5ukIl9Ok3mLWa3K_iAk&hl=en&ei=R4HvSt6ZEo3asgObosSJBg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CBUQ6ÄwAw#v=onepage&q=Caspar%20Aufbau%20Verlag&f=false

http://books.google.com/books?id=G8Yu_BqdQ0IC&pg=PA100&lpg=PA100&dq=Caspar+Aufbau+Verlag&source=bl&ots=J0mFEuxS39&sig=bh2FSyPYIeNEQsx5uyioB2B6Ewo&hl=en&ei=R4HvSt6ZEo3asgObosSJBg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=7&ved=0CCEQ6ÄwBg#v=onepage&q=Caspar%20Aufbau%20Verlag&f=false

und auch andere Sachen von denen ich nichts wußte, und hätte ich gewußt daß mich Herr Caspar empfangen würde hätte mir Uwe wahrscheinlich auch auf ihn vorbereitet, also machte ich es wie so vieles auf ganz eigene naive Art.

Herr Beauregard muß seinen Narziß, seinen Ruf auch in der Politik schützen. Das Dritte Buch und - die Mutmaßungen waren dort wohl kaum willkommen. Aufbau schickte mir alles nach Villiprott, auch von anderen DDR Verlagen, und ich hab auch das meiste gelesen, wurde dadurch auf Christa Wolf aufmerksam und verlegte sie dann einige Jahre später bei Farrar, Straus [Vertrag mit Luchterhand]. Also ein Scout Flaneur findet auf diese Art schon einiges. Und so gräßlich uninterressant fand ich den Schrittmatter und Führmann auch nicht. Wie immer, hatte ich auch einige Empfehlungen – in diesem Fall von Amerikanischem Linken für Herrn Caspar! Tauschen, austauschen.

Eine Tante, Ursula von Krosigk, hatte einen Buchladen am Ku-Damm, und wie so oft, nistete ich mich da ein und las und las vieles der damaligen Deutschen Literatur bevor ich nach München und Salzburg. In München besuchte ich schon die meisten, sehr viele, hab Klaus Pieper in besonderer Erinnerung. Dort lebte eine abwesende Kousine und ich wohnte bei ihr auf dem rechten Isar Ufer. Den Residenz Verlag in Salzburg hab ich nicht besucht. Ein Fehler. Wußte nicht daß es den dort gab.

 

5] 1964 Buchmesse

Die Hallen der Buchmesse machten einen sofort demütigenden Eindruck auf mich, Flugzeughallen voll von Büchern von denen ich nur die wenigsten lesen würde, so viel gedrucktes Wissen, ich war überwältigt.

Also das erste mal daß ich bei Suhrkamp dann vorgesprochen habe war auf dieser Buchmesse. Ob ich Siegfried Unseld damals kennen lernte? Jedenfalls wir kamen ingendewann überein durch beidseitigen Enthusiasmus über das Werk von Hans Erich Nossack, von dem ich dann zwei Bücher bei Farrar, Straus machen würde. Auch wurde ich glaube ich schon ab damals Amerikanischer Scout für Suhrkamp, $ 100 im Monat angeheuert. Dabei kam nicht viel heraus, Robert Lowell, Barthelme, und ein jüngstens verstorbener dessen Namen mir momentan entfällt, ein Westküstler, experimentelle Kurzgeschichten die mir zu Zeit sehr gefallen haben... Das lag aber nicht an mir, daß das nicht gut gelaufen. Ich ging ein Verständnis ein mit Unseld – um mir das eigene Leben zu vereinfachen: „A“ sie machen es oder ich hör auf damit, „B“ wirklich wichtig , „C“, na schaun’s sich mal an. Keine Pro-center Beteiligung so gut ich mich erinnere. Susan Sontag war nur ein „B“ da mich weder ihre ersten noch die späteren Romane überzeugten, und sie landete bei Hanser, ditto Joan Didion’s Play it as it Lays  [auch nur ein „B“ , ich war schon sehr vorsichtig mit meinem „A“!] - die ich weiss nicht von wem in Deutschland verlegt wird. Und viele anderen. Der Umstand daß Surhrkamp so wenig Amerikanisch Contemporänes machte lag daran daß [a] viele Deutsche Verlage, besonders Rowohlt und Kiepenheuer sich viel schneller entschieden, darum rissen, viel mehr erpicht auf Amerikanisches waren, und auch angewiesen [Fritz Molden und einige anderen machten die Amerikanischen Bestseller, und Klaus Piper wünschte sich auch mal einen]; [b] daß die Suhrkamp Autoren Veto hatten, und [c] daß der puritanische und perfektionistische liebe Uwe Siegfried’s „Lektor“ für meine Empfehlungen wurde zu einer Zeit als es in New York nur so brodelte. Unseld schickte mir einmal einen Uwe Bericht, über den von mir empfohlenen [„B“] Fat City von Leonard Gardner, bald danach verfilmt von John Huston. Na ja, wenn man so urteilte... Ich hab auch einmal das erste Buch meines zur der Zeit noch engsten Freundes, des Amerikanischen Schriftstellers Frank Conroy, in der Zwischenheit ungeheuer berühmten Stop Time empfohlen [er und HME trafen sich auch einmal in meiner Wohnung], das wurde abgelehnt mit der Begründung daß es von  „Karrieremacherei“  [was wir hier „making it“ nennen] durchtränkt sei, aber vielleicht sein nächstes. Na ja, wer immer die Lektorin [ich habe diesen Lektor als weiblich in Erinnerung] hatte besseren Spürsinn für etwas nach oben strebendes in Conroy als ich es hatte zu der Zeit, aber das sagte nichts aus über die Qualität des Buches. Der Erfolg hat den lieben Conroy erstmals kaputt gemacht, und es dauerte 18 Jahre bis zu seinem zweiten, Mid-Air. Danach gab nur noch ein hervorragendes Buch, Of Time and Tide. Vielleicht gibt es die sogar auf Deutsch, auf Französisch schon.

http://en.wikipedia.org/wiki/Frank_Conroy/

 

Die Schulfreundin Renate Adler ist ohne mein Mittun bei Suhrkamp mit ihrem Pechrabenschwartz gelandet.

 

Dadurch daß ich jetzt Suhrkamp Scout war hatte ich aber ein Entré zu allen Amerikanischen Verlagen, wichtiger noch: den Agenten, und las nicht nur Fahnen auch vieles noch als Manuskript, schöne Sachen. Als ich aber am Ende dieses augen-zerschleißendem Jahr 1964 nach New York zurück und zuerst in einem kojenhaft kleinen Zimmer in dem Chelsea Hotel wohnte, war ich so pleite daß mein Freund der Trotzyistische Romanschriftsteller Danny Gordon mich als „reader“ bei der Columbia Pictures Bureau anstellte: so ungefähr drei kurze Szenarios und Berichte [Berichte gingen an Publishers Weekly die die Fahnen lieferten], die Scenarios an wer weiß ich wen der da auf Film Material bei Columbia Pictures aussicht hielt und ein ziemlich großes Bureau dafür eingerichtet hatte. Ein paar mal vor und nach dieser Deutschland Reise ergriff mich der Pessimismus und ich suchte eine feste Einstellung, als dann aber Angebote kamen, einmal von einer Enzyklopedie, ein anderes mal von Aviation Weekly, die mich als „technical writer“ trainieren wollten [jede Woche faehrst du zu der Eroeffnung eines neunen Airports, oder der Weihe eines neun Luftschiffs war schoen ein ganz leckerere Koeder!], mußte ich den wirklich netten Leuten zugeben, daß es unwahrscheinlich war daß ich es länger als ein Jahr bei ihnen aushalten würde. Mit der Absage an die Leute von Aviation Weekly gibts eine wunderschöne Geschichte, vielleicht füg ich diese am Ende noch dazu.

 

6} In Princeton bei dem Gruppen 47 Treffen erlebte ich die erste Handke Aufführung/ Auftritt, bei der Party die Pannah Grady, Jakov Lind und ich für Amerikanische und Deutsche Schriftsteller in ihrer Wohnung im Dakota gegegeben haben sprach ich zweimal kurz mit Handke. Das erste mal fragte ich ihn warum er dunkle Sonnenbrille nachstüber in reichem weichen Licht anhatte – er sprach von Augen Problemen, das nächste mal kam es garnicht zu einem Gespräch da ich ihn vor Alan Ginsberg schützen mußte, was dann zu einigen Misverständnissen geführt hat die erst 1980 auf dem Mönschberg aufgeklärt wurden: siehe: http://www.van.at/see/mike/index.htm

 

Daß ich Handke dann übersetzen würde

http://www.handketrans.scriptmania.com/

 

und in Amerika verlegen und später eine große psychoanalyische Studie: Peter Handke: Wounded Love Child über das autistishe Genie schreiben würde ist mir wohl kaum in irgendeinem Traum vorgeschwebt:

 

http://handke-discussion.blogspot.com/

[the  American Scholar caused controversy about Handke, reviews, detailed of Coury/ Pilipp's THE WORKS OF PETER HANDKE, the psycho-biological monograph/ a note on Velica Hoca/ etc]

 

http://www.handke.scriptmania.com/favorite_links_1.html  

Dafür daß ich überhaupt als Amerikanischer Gast in Princeton dabei war hab ich Peter Weiss zu danken. Enzensberger Johnson Becker waren auch dort, zuerst sass ich neben HME auf dem Podium, der sich langweilte und seine Chinesischen Pictographs praktizierte, er lernte gerade Chinesisch, noch eine Woche und er würde das Chinesisch gemeistert haben, so ging’s zu der Zeit, dann setzte ich mich neben Erich Kuby den ich aus Hamburg kannte, der sagte mir dann wer das war als Handkes berühmte Beschwerung anfing. Jürgen Becker hat etwas kurzes über die Party in einen seiner Bücher zu der Zeit hinterlassen. Komische Party oder so. Die Pannah wurde ausgenutzt von den miserablen Beats, Ginsberg & Co. die irgendwie immer wieder ueberall in meinem eher Hippiehaften Leben aufgetaucht sind: aber nichts gegen Hippies oder Hipsters. Wie ich überhaupt zu Pannah gekommen bin daran erinnere ich mich nicht, nur daß Jakov den ich wohl schon oberflächlich kannte, durch Fred Jordan [?] er und sie und ich zusammen sassen als mir die Idee für die Party einfiel, Jakov [„Seele aus Holz“] befürwortete die Idee sofort.

7] Farrar, Straus: Nossack, Hesse, Nelly Sachs, Handke, Adorno, kein Habermas – Nein

1966 im Herbst bekam ich meine erste so halbwegs feste Anstellung und zwar bei Farrar, Straus als ich da als Suhrkamp Scout eine Verabredung hatte, und der Roger Straus wußte schon die richtigen Kirschen zu pflücken. Ich habe das Verhältniss zu F.S.G. und Roger Straus ausführlich beschrieben in dem Brief an Boris Kaschka der eine Biographie der Firma schreibt.

http://www.roloff.mysite.com/custom4.html 

In Hinsicht auf Suhrkamp sind da schon einige schöne Sachen für den Verlag und die Deutsche Literatur an den richtigen Verlag gelangt: Nossack, Nelly Sachs, Handke, sehr viel Hesse, 20 Titel, Adorno trotz Fürsprache und Angebot von Susan Sonntag das Vorwort zu meinem „Adorno Reader“ [unter Heidenarbeit gemacht] wurde vermasselt von meiner dortigen Nemesis, einem Herrn Michael DiCapua. Auch das Hugo Ball Buch über Hesse hat er vermasseln können, trotzdem doch alles was den Namen Hesse hatte von den dümmsten Schafen noch zu der Zeit aufgefressen wurde. Auch zwei Rowohlt Autoren hat der dann kaputt gemacht als die Übersetzungen fertig waren, Hubert Fichte war einer. Der andere, Fritsch, war ein meiner Fehlurteile. Später noch meine beste Übersetzung überhaupt, die von Handke’s Über die Dörfer. Habermas sagte nein zu FSG und mir als ich ihm meine Auswahl aus dem Adorno Reader einmal im Suhrkamp Haus in Frankfurt zeigte, „nichs soziologisches?“ „Nein,“ mich interressierte der Adorno der über Musik und Literatur und Ästhetik schrieb. Habermas hat Glück gehabt Beacon Press und Schapiro zu wählen, die waren schon die richtigen.

 

8] Also, da es bei FSG keine Zukunft für mich gab, oder auch Englischsprachiges zu machen, bin ich der Werbung von Siegfried Unseld [und eine wahre Umwerbung wie sie wohl nur Unseld so machen konnte, vide wie der „Verleger“ um die Linkshändige Frau wirbt in Handke’s Röntgenhaftiger Beschreibung, in meinem Fall ohne Blumenstraus*], habe ich da nachgegeben: warum er eigentlich um einen Schöngeist wie mich warb, Nelly Sachs, Handke, Hesse Übersetzer der doch auch sein eignes Zeug machen wollte und Lektor war, das hätte ich ihn wohl Fragen können; daß meine Frau mir riet das zu machen war ausschlaggebend den Zweifel erstmals zu überwinden; aber da ich nichts aber nichts vom Vertretertum verstand, daß man selbst Vertreter kennnt genügt wohl kaum, nicht mal Sekretärin war ich gewesen, bestand ich darauf, daß Suhrkamp/ Insel und Unseld eine Agentur finden von der/ denen ich das Geschäft lernen würde: deswegen Lantz/ Donadio – die Candida kannte ich schon von vielen schönen Manuskripten; und deren Geschäft, im Steinway Building, an der 57th Street, war so um die Ecke wo ich mit meiner Frau, einer deutschen Malerin, Fashion Illustator, ehemaliges „Model“, und Lehrerin an der Parsons School of Design wohnte.

 

[*Ich fragte Handke einmal was denn Unseld von der Beschreibung in Der Linkshaendigen hielt, und Handke sagte, dass er stolz darauf waere; woraufhin ich aufstoehnte. Habe Unseld noch einmal so Werben sehen, um ein Weib in N.Y.]

 

Ich kriegte das Bibliotheks Zimmer mit großen Ausblick, 11ter Stock wenn ich mich richtig erinnere, das Zimmer war so groß wie das von Candida und Robbie zusammen, lag zwischen den beiden die sich wie mir schnellsten klar wurde nicht ausstehen konnten; daß heißt, Candida konnte Robbie nicht ausstehen; Robbie hatte Elephantenhaut schon in Hollywood bekommen, er sagt kein Wort zu mir über Candida, die stöhnte und hielt sich den Bauch. Eine der wenigen wirklich positiven Sachen die ich von der Suhrkamp Vetretung mitgenommen, war eine wahre Freundschaft mit Robbie Lantz, unerwarteter Weise, zuerst dacht ich, na ja auch so'n Geld Teufel. Lantz war Berliner Jude der als junger Kerl Stuecke geschrieben, an der Naehe der Berliner Psychoanlyse aufgewachsen, ueber Wien nach Hollywood, hatte er Ehrfurcht sowie Verstaendnis fuer Kuenstler, er und Candida sind dann bald danach geschieden, er hatte seine eigene Boutique, The Lantz Office, Leonard Bernstein, Mike Nichols, Gordon Parks waren einiger seiner Klienten, am Ende seines Lebens hat er sich besonders mit Milos Foremann gearbeitet, er las auch einige der Suhrkamp Autoren, Johnson, Handke, Nelly Sachs, Hesse kannte er ja aus der Jugendzeit, und er waere schon der richtige gewesen den richtigen Regisseur, das richtiger Studio und Produzenten fuer ein Hesse Verfilmung zu finden. Ich bin bis zum Ende seines Leben im Alter von 91, er ging immer noch ins Bureau, mit ihm in Verbindung geblieben, nie gestritten!

Mein Bibliotheks Zimmer  wurde dann wahrlich eine Filiale der Suhrkamp Kultur, mit vielen neuen Regalen ausgestattet bekam ich ein Haufen der Suhrkamp und Insel Bücher von Joan Daves, was ich noch nicht hatte wurde wohl aus Deutchland geschickt. Joan Daves habe ich nie gefragt warum sie die Vertretung aufgeben, ich sollte bald erfahren warum sie gute Gründe dazu hatte.

Ich machte eine Vereinbarung mit der Agentur, es war als Halbzeitbeschäftigung gedacht, 20 Stunden per Woche, $ 125, $ 500 per Monat], gegen % 5, die anderen % 5 für die Agentur um die Unkosten, hauptsächtlich Post,  Telephon. [Die zwei großartigen alten Sekretärinnen von Robbie Lantz benutzte weder ich noch Candida die eine eigene Assistentin/ Assistent hatte die/ der ganz in Ordnung waren.] Das bedeutete, daß die Agentur Unkosten von ungefähr $ 1000 monatlich haben würde. Um das einzubringen mußte man Zeug im Wert von $ 10 K als 10%zentler verkaufen! Versuchen Sie’s mal mit allem was da auf Deutsch und verkaufbar ist!

Im Herbst dieses Jahres 1969 sollte ich dann aber alle die A-List Suhrkamp Autoren kennenlernen. Ich flog also nach Europa, ob Suhrkamp das bezahlt hat? Ich flog also per Air Icelandic nach Luxemburg, wohnte aber ein Wochenend über bei Unseld in der Klettenberg Straße. Ich erinnere mich an folgendes da: bemerkte daß es Frau Unseld nicht gut ging und sie im Bett lag [Bemerkungen die auch einige Autoren in ihren Werken und so hinterlassen haben] und an einem Morgen als ich ins Frühstucks Zimmer kam, Unseld und H.M.E. sich stritten und zwar über die Kursbuch Nummer über Kommune II die mit den nackt Photos, auch von Kindern, was  den Siegfried sehr aufregte. Ich glaub das war der Punkt als HME das Kursbuch vom Suhrkamp weg und einen eigenständigen Kursbuch Verlag machte.

Dann besuchte ich Jürgen Becker der eine große Party gab als ich da ankam ausserhalb von Köln, und wie gesagt, wenn Jürgen und ich zusammen auf einer Party zu der Zeit waren wurde es immer sehr ereignisreich. Dann Berlin, den Johnson kannte ich ja schon, er war ein furchbarer Säufer geworden was weder ihn noch seinen überwachen depriemierten Geist linderte. Ich sah ihn glaub ich noch nur ein Mal danach, und zwar nach einer Lesung aus Zwei Ansichten an der Columbia University fuhr ich ihn zu seinem billigen Hotel, dem Iroquis, nebenan von dem Algonquin, an der 43zigste Straße, und da ich den ehemaligen KZ Insassen Rainer Hildebrandt kannte, ein Freund meiner Mutter aus ihrer Zeit im Wiederstand schon seit der Roten Kapellen Zeit wie ich vor kurzer Zeit erfuhr, der das Checkpoint Charlie machte, berühmt wegen seiner Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit, fragte ich Uwe, in Verbindung mit den Zwei Ansichten, ob er den zufälligerweise kannte – woraufhin Uwe, wir waren noch ungefähr fünfzig Meter von dem Hotel entfernt, aus dem Auto stürzte und Nilpferdartig auf das Hotel zu wabbelte. Hätte ich ihm erzählt daß es mein Stiefvater, ehemahliger OSS Man, war der den Rainer dann ab 1949 mit CIA Geldern zu unterstützen, hätte Uwe wohl gleich einen Herzanfall bekommen. Ich selbst wollte nichts mit irgendeinem Geheimdienst zu tun haben, besonders nachdem was meiner Mutter dabei zugestoßen, und machte mich während der Monate in Bad Godesberg 1964 über leichterkennbare und allgemein bekannte CIA sowie KGB lustig, was die nicht gut vertrugen. [Was ich mir gewuenscht haette waere das der Suhrkamp Verlag mit einem so grossen Haus Autor wie Alexander Mitscherlich – von Fred Jordan bei Grove Press verlegt – dem Johnson mal geraten haetten mal mit dem zu sprechen. Diese ganze Generation Deutscher Kinder ware jeder auf verschiedene Art traumatisiert, schlafwandelten alle.Ich hab da wirklich mal Glueck gehabt nachdem es Urizen Books nicht mehr gab.]

 

Von Berlin aus ging’s nach München wo ich einige Wochen am Institut für Zeitgeschichte arbeitete, Bekanntschaft mit der Kousine Nite von der Schulenburg machte ich dadurch daß ich in der Wohnung der Kousine Veruschka wohnen wollte wo aber sie es tat, also dann anderswo,  aber die Nite fuhr mich dann zum Münchner Flughafen wo ich mir ein Auto mietete um Walser am Bodensee zu besuchen. Da kamen Unseld und Handke gerade am Flughafen an, das war schon komisch wie viele von denen ich alle schon kannte. Auf der Fahrt zum Bodensee bemerkte ich, daß alle Autos außer denen mit Ami Zeichen wie wild, gefährlich schnell auf der Autobahn rasten, Walser sagte dazu das das zu erwarten wäre wenn man zwei Weltkriege hintereinander verloren hat; Enzensberger einmal, daß die selbe Energie die am Rußland Feldzug vergeudet dem Wirtschafts Wunder zugute gekommen wäre, auch wohl Suhrkamp durch Siegfried. Sonst erinnere ich am Bodensee mich nur an ein Gespräch über Philip Roth’s Portnoy’s Complaint, das mich stilistisch langweilte, und daß ich scheinbar so erschöpft von München etc. war, daß ich auf Walser’s Segelboot in dem Beisein von Walser und Max Frisch tief einschlief: als ich aufwachte die schienen beide sehr erstaunt zu sein, und dieser ehemahlige Schalfwandler wundert sich was ich während des Schlafs gesagt oder getan habe. Vielleicht erinnert sich Martin Walser noch. Dann war Buchmesse und Kritiker Empfang, ich erinnere mich in diesem Fall an nichts genaueres im Moment.

 

Ich übersetzte noch viel zu der Zeit, Did You See Hitler  [Kempowski], Einleitung Helen Wolf, für Peter Mayer bei Avon, für den machte ich auch schnell eine Anthologie Deutscher Stücke, alles Suhrkamp Leute, Nelly Sachs, Handke, Walser, Sperr, etc. Hatte einen Vertrag mit Viking für ein Buch über Oberst Helmut Grosskurth ein Wiederständler der Canaris Abwehr, ab 67 in München arbeitete ich immer ein paar Wochen an dem Institut für Zeitgeschichte so um Buchmesse Zeit herum.

Die erste riesiege Entäuschung kam als ich mir bewußt machte wie wenig es da in den gefüllten Regalen gab was man noch verkaufen konnte. Der ganze Brecht war schon bei Random House, Peter Weiss bei Atlantic Monthly, einige Bloch glaub ich habe ich an Herder & Herder verkauft, vielleicht auch ein oder diesen Adorno, Johnson war bei Helen Wolf, ditto Benjamin, Bernhard lag bei Knopf, Handke bei F.S.+G. Der ganze Habermas bei Beacon. Nur die Premiere von Selbst-Bezichtigung & Mündel will Vormund Sein wurde auf meiner Wacht bei B.A.M. und zwar wurden die umöglich langwieriegen Vertragsverhandlungen mit München über was schon $ 500 oder ein tausend Vorschuss dann dadurch beendet, daß ich meine eigenen Übersetzer Tantiemen einfach strich, und zwar auf eigene Faust, in einem selbsteingefügten Codicil. Das loeste ungeheuere Aufregung in Frankfurt aus, bis die dann endlich eingesehen daß meine Selbstlosigkeit nur mir selbst schadete aber die ganze Sache ermöglichte. Ich war schon Jahrelang mit einer Beatnik Truppe herumgezottelt mit den Sprechstücken, und hatte dann bei HB Studio mit Herbert Berghof und EG Marshall daran gearbeitet, auf eigene Kosten und Zeit. Irgenwann fing ich an Handke’s Gedichte aus der Innnewelt zu uebersetzen, eher langsam, und was mir da gelungen ist viel spaeter, 1974, bei Continuum Books verlegt.

 

Das entäuschendste aber war, daß alle Englischsprachigen Brecht Auführungen von Stefan Brecht betreut wurden, nicht über die Agentur liefen. Ein Band Celan an Dutton, und das erforderte, daß ich dann auch als Lektor des Neugröschel fungierte. Von Frisch gab es nichts neues zu der Zeit außer daß der Autor selbst auf der Szene erschien um um den Nobel Preis zu werben, er stellte sich vor, daß die Unterstützung des Amerikanischen P.E.N Clubs behilflich sein könnte, ich war schon Mitglied aber erst als Verleger 1975 wurde ich dann auch ins ZK aufgenommen, reinste blöde Bürokratie wenn Sie mich fragen, aber interessante Bekanntschaften. Frisch’s Werk kannte ich schon ausfuehrlich, da ich einmal eine Rezension ueber den Gantenbein fuer Partisan Review gemacht hatte: ich bin da so gewissenhaft vorgegangen als wuerde ich ein Monographie schreiben: also, man konnte schon hundert muendliche Meinungen jede Minute von mir bekommen, sonst wurde ich aber sehr neurotisch damit. Die Frisch Sache die mir am meisten gefiel, das 1946-49 Tagebuch, ich erinnere mich nicht ob ich dafuer einen Verleger zu der Zeit gefunden habe.

Frisch und Marianne nam ich mit zur Amerikanischen Premiere von Bodensee am Lincoln Center, dem gefiel das Stück überhaupt nicht. Er war direkt böse darüber, er der den Kaspar doch verstanden hatte. Erfrischt wie ich kam der Max nicht aus dieser Aufführung. Eine liebe Frau Kalkstein hatte aber Interesse daran den Stiller zu verfilmen, nach ich weiß nicht was für unmöglichen Verhandlungen – das heisst von Helene Ritzerfeld Einwendungen immer wieder zerworfenen - kam es sogar zu einem Vertrag, 5 k Option per Jahr glaub ich, ein Freund der Deutsch konnte und was von Deutscher Literatur verstand, [wie schon viele andere Freunde, von Candida vertreten !] Jack Richardson, wurde angeheuert ein Drehbuch zu schreiben, er hat auch Max kennengelernt und es hat da einmal einen interessanten Abend – nachdem ich die Vertretng schon aufgegeben hatte - mit Max, Marianne, Habermas und Christian Enzensberger gegeben; die Deutschen fingen ab einem gewissen Zeitpunkt an querulant zu werden, Richardson und ich zogen uns zurück zum Stammtisch, „table 4.’

Es gab auch noch einen anderen Abend mit Max bei Elaine’s da er sagte, so ungefaehr, „also naechste Woche“ mach ich eine Lesung am Goethe Hause, aber ihr braucht dar garnicht hinkommen,“ worauf ich antwortete „ja dann eben nur zum Wein Emfang danach“, und dann bemerkte ich das sein Versuch sich ueber den Narziss hinwegzuheben eben nur ein Versuch war.

Sonst kam gesellschaflich wenig dazu, Handke und Kolleritsch und Libgart Schwartz erschienen im Frühling 1971 auf Östreichischer Kulturgut Reise, es gabe die Premiere von Selbst Bezichtigung & Vormund bei BAM, Handke war nicht sehr froh über diese Aufführung und fand den Herrn Schulz der das gemacht hat sehr dunkel [worüber ich ihn hätte ausfragen sollen, was für ihn Dunkel war, na ja er fuegte „mindstens sehr Deutsch“ dann dazu], und ich gab eine kleine Party für Peter bei mir und zwei Kritiker, Stanley Kaufmann und Richard Gilman die seine Sachen großartig fanden als sie als Buch [Kaspar and Other Plays] bei Farrar, Straus erschienen waren. Handkes Benehmen war schon eher sonderlich, jetzt glaub ich zu wissen warum.

Nach diesen Autoren kam es bei der Vertretung wie gesagt zur zweiten Garnitur, es gab hie und da Überraschungen, auch bei einigen Insel Verlag Sachen, aber kaum genug um einen viertel der Agentur Unkosten per monat [$ 250 = 2,500 @ 10%] da einzubringern. Ansonsten ein Haufen von Kleinvieh Erlaubnissen für $ 50 oder 100 die aber jedesemal noch mit Helene Ritzefeld abgesprochen genehmigt werden mußten, solomonisches von mir, wo es mir bei den Amerikanern gelang sie nachgiebig zu machen, gelang niemals bei Helene. Jetzt noch, nach all dieser langen Zeit, erreichen mich  Beschwerungen über Helen Ritzerfeld [und von wichtigen Literatur Wissenschaftern] „the impossible.“ Auch ihre Nachfolgerin Dr. Hardt scheint einfach nicht zu antworten wenn Leute sie um etwas bitten. Dann findet man mich per Google als ehemaligen Agenten. Im letzten Jahr war es jemand der den Narziß und Goldmund verfilmen möchte. Wie viel Zeit braucht’s ein E-mail zu beantworten????

Da mit Suhrkamp so wenig zu machen war, nahm ich auch die Vertretung von V.D.A, Rotbuch, und Hanser und glaub ich Wagenbach an, das gefiel Unseld überhaupt nicht, aber was konnte er schon daran ändern, ich erinnere mich nur an ein Stück das ich an den Mann oder Frau gebracht habe, bei McGraw Hill glaub ich, surpris surpris, sehr links und sehr lang, 30jaehriger Krieg, Bauernaufstand! Das hat also auch nicht geholfen nur mehr Arbeit gemacht und Wissen in einem Kopf wo so viel garnicht reingehört.

Das einzige worauf Hoffnung bestand war der Vertrag über die nächsten 10 Hesse Bücher, den hatten Roger Straus und ich mit Joan Daves noch bei einem Luncheon im Four Seasons ausgehandelt, und da ich um FSG’s Finanzen wußte und daß Roger es haßte allzu viel Geld auf Vorschüsse zu verwenden, fand ich die solomonischen Betrag von $ 5 K per Title, also insgesamt 50 K bei der Unterzeichnung des Vertrages, der beiden Seiten genügen könnte, das schien auch in Ordnung zu gehen mit Suhrkamp. Hesse zu der Zeit verkaufte sich wie die heißen Semmel. Mein 2 % an den Gebundenen Hesse und 1 % Beteiligung an den für FSG gekauften 10 Hesse und Beteiligung and der Masspaperback ermöglichen es mir überhaupt als Suhrkamp Vertreter nicht schnellsten im Armenhaus oder auf der Straße zu landen, da die Idee das alles zu lesen und zu verkaufen schnellsten mehr als 20 gewissenhafte Stunden per Woche auffraßen, erforderten vergeudeten oder was immer bei der Erwerbung mindestens eines M.A. in Suhrkamp Kultur dabei heraus kam, ein nichts, und ein Verständniss des Programs und der verschiedenen Art und Weise das selbe immer wieder zu verkaufen. Es kamen ja mindestens 4 „edition“ Bücher bei mir monatlich an, also arbeite ich auch Nachs oft dort. Aber der 2te Hesse Vertrag war noch nicht beidseitig unterschrieben, Joan gab also ziemlich viel auf in diesem Fall mit dieser Vertretung. Sonst hätte man auf ein wahres Nichts gestarrt. Bei Hesse ging es also zu dieser Zeit um was so großes Geld im Verlagswesen heißt, die Summen bei Bantam’s Masspaperback Vorschüsen lagen so um $ 250,00 bis $500,000. Deswegen wohl bekam ich zwei verschiedene Anrufe von Roger Straus so ungefäht ein Jahr nach Anfang, irgendwann in 1970. In seinem ersten Anruf wünschte er sich, daß ich meine Prozente bei dem zweiten 10 Buch Hesse Vertrag den ich ihm doch als FSG Angestellter gebracht hatte, aufgeben sollte da ich doch davon bei Lantz-Donadio auch Einkommen hätte. Mir war dabei nicht ganz wohl, ich besprach es mit Candida die mit Roger übereinstimmte. Was ich nicht machte war eine Klausel einzubauen, daß im Fall daß ich davon kein Einkommen hätte, die orginale Abstimmung wieder in Kraft tritt. Der berühmte 2te Vertrag war aber auch noch nicht unterzeichnet als ich die Vertretung nach zwei Jahren aufgab, was sehr viel mit dem was Roger mir bei seinem zweiten Anruf mitteilte zu tun hat: nämlich, daß er einen Anruf von Siegfried Unseld bekommen hätte in dem dieser ihm mitteilte, daß die Hesse Erben die 50/50 % Teilung für die Masspaperbacks beanstandeten, und daß die Teilung auf 66 % Suhrkamp 33% FSG umgeändert werden müßte, und zwar nicht nur für die Hesse Title im 2ten Vertrag sondern auch auf die noch nicht an Masspapaperback verkauften anderen Hesse Title. Weder ich noch Robert Lantz oder Candida waren von Unseld vorher von diesem „Holdup“ informiert, von dem wir ihm bestimmt abgeraten hätten, und der wohl unglaubhaft war, da die Verträge die Suhrkamp mit Farrar, Straus gemacht hatte, hätten die Fürsprache des Hesse Estates [Heinar] schon vor der Unterzeichung oder Vereinbarung erfordert, und hatten sie wohl in diesem Fall. Daß das ein Holdup, und von jemandem der sonst bei den kleinsten dieser Sachen eine Wutanfall bekam, war uns allen an der Agentur klar, was Unseld scheinbar nicht mitbekommen hat, ihm dem als „bull in the china shop“ scheinbar nicht bekannt war daß man sowas nicht in Amerika machen kann ohne sich unvertretbar zu machen. Deswegen nenne ich ihn mit aller Hochachtung trotzdem „Großgauner für die Kultur.“ Nachher war ich scheinbar immer der erste den er in New York, auch bei Urizen, besuchte, und da mir das schwimmen im Keller vom Woolworth Building, dem Jack LaLanne Club, beim Überleben des Lebenstils den ich führte schon viel geholfen hat, traf ich dann während den Buchmessen den großen Schwimmer in dem berühmten Frankfurter offenen Bad früh am Morgen. Als Urizen Books am Untergehen war rief ich ihn einmal an ob er es kaufen möchte: „Nein“ Urizen hatte  250 K Schulden aber einen Wert von $ 1 Million, 125,000 Buecher im Warenhaus, und ein monatliches Einkommen von 10 K, der Partner Schulz [Keil] auch aus Franfurt, verkaufte das Herz von Urizen dann, 12 Titel, für $ 25 K um das Screenplay von Under the Volcano zu ergattern! Jemand der alle Herzen ausreißen würde war das. http://www.schulz-keil.faithweb.com/

 

Als es 1980 oder 81 aussah daß ich das Geld borgen könnte des dunklen Partner Teil zu kaufen, war Unseld zufälligerweise bei mir im Bureau, die hundert tausend die ich im Begriff zu borgen gegen eine Erbschaft, beindruckten ihn scheinbar, er sagte auch „Ja man muß sich dranhalten“ – was er wohl öfter geäußert hat, und das „der Bernhard das richtig machte,“ es muß gewesen sein als er das erste Winkler Manuscript bei sich hatte, davon erzählte er mir nichts. Wenn jemand die Idee von einem Kultur Verlag wie Unseld hat, war er natuerlich immer sehr enttaeuscht nachdem er da im Amerikanischen Verlagswesen sich umgeschaut hat.

 

Nach dem Untergang von Urizen übersetze ich mal wieder intensiv einige Jahre: Handke’s Über die Dörfer, das dann bei Ariadne viele Jahre später erschienen ist, ein Heidenglück und ein ungeheueres Erlebnis diese Übersetzung waehren der Psychoanalyze, ich habe das einmal versucht zu beschreiben was da in diesem Fall mit diesem so reiche Werk ermoeglicht wurde, die sich dann in einen Albatross verwandelte. Ariadne hat dann nicht einmal die Fahnen an Publisher’s Weekly oder Library Journal geschickt, kein Wunder das kein Schwein hier von dem Hort in Riverside, Californien was weis, Auflagen von 500 per Titel. http://www.ariadnebooks.com/

 

Für Ariadne dann noch Robert Schindel’s Gebürtig; und das wunderbare Josef Winkler Zöglings Heft  Jean Genet das ich umtaufte auf „Flowers von Jean Genet.“ Auch zwei Erich Wolfgang Skwara Romane, Die Pest von Siena und Glatteis, bin mir aber nicht sicher ob daß Suhrkamp/ Insel Bücher sind, die Pest ein großartiges Buch. 1994 hab ich auch Tankred Dorst’s Krapp für eine Karl Weber Anthologie [German Drama Contemporary hieß es diesmal!] übersetzt, das war nicht allzu schwer, und es passierte das seltene Glück daß dies ein Lieblingsstück eines Tchechischer Regisseur war der hier am Green River College unterichtet, und vorher daß der Arne Zaslove, der mal was von Krötz an der BAM machte, in seinem damals noch bestehenden bathhouse theater eine Lesung hielt. Die Premiere von Krapp war der berühmte „nail in the coffin“ für das „Aha“ Theater hier, eine liebe Bande die eine lange Zeit das Neue hier machte. In der Zwischenzeit [in 15 Jahren] sind 7 kleine Theater untergegangen, auch das Bathhouse, ist nicht viel übrig von den Anfängen in den 60ziger Jarhen, außer der „offiziellen“ Kultur der „slugs“ [große Schleimschnecken] woraus dies sehr nord Europaeische besiedelte Landschaft besteht, es gehört nicht viel dazu und man stößt auf den gräßlichsten Provinzler in allen. Und die meisten Theater Leute hier die sich angeblich fuer Handke in den 60ziger und 70ziger Jahren begeisterten, auch mit denen moechte man nicht in die Sierra Maestre ziehen. [Und wer sich nich alles dann mit den von mir und anderen gemachten Uebersetzungen zu schmuecken versucht, eine Heidenbande, da ist wohl mehr als das Mindewertigkeitskomplex foerdende Demos Schuld, Kafka wuerde schon wissen worum es sich handelt.]

 

Krapp ist bis jetzt nur noch einmal aufgeführt, an der Universität von Texas, Dalles. Mon Dieu! Good Gawd! Ich dachte immer es könnte eine schöne Opera daraus werden, die Unamuno Novelle Nothing Less than a Man, war eines meiner Lieblinge schon aus den 60ziger Jahren [Grove Press], manchmal erreicht einen dann das richtige und zum richtigen Zeitpunkt. Komisch.

Später dannoch habe ich eine kürzere Winkler Geschichte, „Butterblumen,“ fuer das Salzburger Festspiel Program [Residenz Veralg][ übersetz; dafür hab ich glaub ich jemand bei Surhkamp, vieleicht Ihnen Herr Fellinger, zu danken, daß sie mich mit Monika Mertl in Verbindung setzen, und Winkler ist eigentlich der einzige Deutschsprachige Autor den ich noch übersetzen würde, moechte, vorher auch noch ein langes äußerst schwieriges Reto Henny Gedicht durch welches ich dann auf sein Werk aufmerksam gemacht wurde, großartig schwierig, für einen mehrsprachigen Privatdruck, dafür muß ich auch dem Suhrkamp Verlag danken daß er mir diese schön schwierige Augabe zum lösen gab. In den späten 90ziger Jahren auch noch einen Habermas Essay band für Northwestern University Press der es mir ermöglichten so beinah alles von Herrn Habermas gründlich zu lesen; sowie Adorno’s Ohne Leitbild, die Hälfte, für Columbia University Press.

Seitdem, auch schon vorher, seit Mitte der 80ziger Jahre, mache ich mein eigenes Zeug, Stücke, Prosa, auch jetz ein „Poetic Prose“ [Steeped in Seattle], einiges davon ist mir schon gutgelungen, zwei Drehbücher, und das „Write Some Numb’s, Bitch!“ ein Buch das Amerikanischer nicht sein könnte. Anfangs nach der Psychoanalyze bevor ich mich beruhigte und eine zeitlang auch ein „Koenig der Langsamkeit“ wurde, war ich avant gardischer als alle anderen. Ich brauch aber mindestens noch ein Hundeleben um einige andere Sachen fertig zu machen.

 

Post Mortem

Das Verhältniss von Siegfried Unseld und Roger Straus nach dem ich die Vertretung die mich soviel Geld gekostet und zwei Jahre sind von denen ich nicht nur nichts habe ausser dass ich so um 100 K dollar von Roger Straus/ FSG betrogen wurde, war dann das folgende: Als Roger und Siegfried sich nach Unseld’s geglücktem Holdup trafen, war es immer „Ah Roger! “Oh Siefried!“ Two Mafia dons embracing.

 

In den fruehen 90ziger Jahren, als die Erbschaft von der ich lebte, arm aber genuegend um was ich vorhatte noch zu schaffen, ploetzlich weg war, rief ich Kurt Bernheim und Robbie Lantz um mich mal zu vergewissern was mit dem Hesse Kontrakt und dem Übereinstimmung mit Lantz/ Donadio Suhrkamp geworden war. Ja, der Kontrakt  die 2ten 10 Hesse title lief über den lieben Kurt, den ich schon seit langer Zeit schätzte er mich auch. Daraufhin setzte ich mich in Verbindung mit Roger Straus und erwähnte dass er in diesem Fall meiner Nichtbeteiligung die Prozente an dem 2ten 10 Buch Vertrag schuldete. Denkste daß der ein Ehrenmann seines Worts ist, und zu der Zeit brauchte ich das Geld. Sonst bin ich nonchalant scheinbar wie ein Kennedy, als Verleger aber schon sehr das Gegenteil. Von dem ersten 10 Buch Kontrakt bekomme ich jetz immer noch so $500 per Jahr. Ich schätze daß Straus sich mit seinem Trick 100 K gespart hat, und stimme Robert Giroux überein als er sagte daß die Idee eine Firmen Geschichte von FSG zu schreiben ihn so anekelte bei der Erinnerung an Roger Straus er habe es nicht schreiben können. Glücklicherweise war dieser brutale Gossip, „clothes horse“, Mercedes Fahrer, der genau so gut zu Galoschen verkaufen getaugt hätte, verantwortungvoll genug den angesammelten Kulturschatz Jonathan Gallassie zu übergeben, der Verlag gehört ja jetzt wie so vieles im Amerikanischen Verlagswesen einem Deutschen Konzern. Gluecklicherweise gibts hier die University Presses und die „alternativen“, „small Presses“.


Ich war so wütend auf Straus der ja Millionen durch mich verdient hat ich wollte von hier aus Klage einleiten, leider viel zu teurer. Auf Roger’s Art bleibt man Multi-Millionär. .

 

Robbie Lantz hatte in den 90ziger Jahren keine Kopie unsers Verstaendnisses den wir bei meinem Abgang 1971 geschlossen hatten, ich auch nicht mehr nach New Mexico, 6 Jahre Kalifornien und drei in Baja Sur. Aber Kurt hatte Abrechnungen – er und das ehemalige Lantz-Donadio teilten sich die Tantiemen die aus meiner Arbeit herauskamen – aus denen ich scheinbar nach all diesen Jahren doch ungefaehr 10 k Dollar nach 25 Jahren dabei fuer mich herausgesprungen sind. Daraufhin schrieb ich an Unseld und machte ihn darauf aufmerksam. Nada. Auch an Handke da Urizen/ ich ihm 10 k dollar schuldeten die er mir an einem Abend in der Bar Barnabus Rex fuer den Verlag angeboten hatte, und zwar zu einem Zeitpunkt

  [man sollte sich Handkes Notiz in Der Geschichte des Bleistifs ansehen wo er mich als jemand beschreibt der genau so verspielt wie Ernst ist, einen Eindruck den ich wohl auf ihn beim Poolspielen gemacht haben muss, es wurde getanzt, man unterhielt sich, man spielte Bar Billiard. Ja  Kultur Aasgeier und Bonzen oder Raueber Schulzen sind dann immer die Spielverderber und man glaubt dann schon das "old Ezra" Recht hatte mit seinem Urteil ueber die alte Hure Kultchur  der wohl nichts mehr abzutreiben ist.]

 

als ich bald danach oder schon damals eine Verpflichtung den anderen zwei Partnern gegenueber eingegangen bin noch 50 K in den Verlag zu stecken. Ich selbst hatte 20 k, und noch zwei andere Freunde gaben mir 10 k, und zwar ungefragt!

 

Die 10 k schulde ich Handke immer noch, ich fuehlte mich nicht all zu schuldig,  schon wegen der unbezahlten Heidenarbeit am Anfang, all dem Herumzotteln, und insbesonders der  Doerfer Uebersetzung die ich dann fuer ihn gemacht habe, drei Monate intensivster Arbeit ueber einige Jahre hin fuer die ich dann insgesamt 650 k Dollar bekam und 100te von Unkosten da Bernheim nichts unternahm, aber es waere mir schoen lieber gewesen ihm zu dem Zeitpunkt nichts zu schulden. Handke tauchte ja so jedes Jahr in New York ab 1975 bis 1978 auf, und an einem gewissen Zeitpunkt wurde mir klar dass ich auch in diesem Fall mit einem Dunkelmann, aber ganz anderer Art als dem Schulz zu tun hatte und versuchte so weit wie moeglich nicht mit ihm allein zu sein, aber all das habe ich anderswo genauer beschrieben [ http://www.handke.scriptmania.com/favorite_links_1.html ] 

 

Nada von Herrn Unseld dazu.

 

Vielleicht sollte HME ein schoenes Essay dieser Tage ueber MACHT, GELD & KUNST schreiben oder DIE KUNST MIT DER KUNST AN DER MACHT ZU KOMMEN UND GELD ZU BEHALTEN.

Am Anfang stand nicht das Wort,

der erste Sinn der besetzt wird ist das Ohr

und zwar im vierten Monat intra-uterine

und was diese Ohren hoeren

sind die Borborygmi der Mutter

das Geroell der Ewigkeit und zwar sofort.

 

I recall that Frank Conroy and I around 1961 were amazed at meeting a „real writer“,

I imagine if Frank were alive,

We’d howl with

laughter at what poor critters so many of them are.

 

 

Now the promised story about the „Aviation Weekly guys.”

After my father retired as head of RCA International in Canada in 1965 he opened a consulting firm with a partner on Wall Street. One day we had dinner, I think it was in summer with his partner, and the partner lent us his Rolls Royce to drive my father to La Guardia. As I came back out of the terminal to catch a ride back in the Rolls, it so happened that the two sweet guys whose offer to work for Aviation Weekly I had declined a day or so before, were alighting from a taxi just ahead of where the Rolls was parked, and as I got into the Rolls, our eyes met and I put two fingers to the right side of my head and greeted them smartly. I wonder what thoughts happened to occur to them at that moment.

 

 

Nachtraeglich, in nachhinein der Placenta einer solchem Errinerns faellt mir noch ein, dass ich einen Essay von Esther Dischereit fuer meinen Ihnen wahrscheinlich bekannten Freund Sander Gilman und sogar aus Mulege, Baja California Sur, Mexico, so um 1992 herum uebersetzt habe, und dann einige Jahre mit ihr in Verbindung stand um einen Verleger hier fuer sie zu finden. Das scheint ausser einigen Essays immer noch nicht der Fall zu sein.  Dann ist die Verbindung abgebrochen

 Sie duerfen Esther schon meine e-mail schicken, auch Dieter Kuehn den ich zwar fuer Haverford 1956 in Muenchen gefunden aber dann kaum in meinem letzten Jahr dort 1957-8 dort gesehen habe, erinnere mich, dass ihm die Gedichte von William Carlos William ueberhaupt nicht gefielen, viel zu ordinaer...Na ja, Williams wurde dann aber wichtiger fuer die jungen als TSE und Stevens.... die schwebten ja unerreichbar hoch. In diesem letzten College Jahr war ich der Haverford Lektor des Haverford-Bryn Mawr Reviews, schrieb ein grosses Essay ueber Pound Hugh Selwyn Mauberly fuer einen Dichtungs Kurs in Bryn Mawr, und einen grossen Essay ueber die versionen des Urfausts fuer Professor Pfund, das koennte ich jetzt schon garnicht mehr nach dem Verlust der jugendlichen Naivietaet. Sonst aber fuehlte ich mich nach dem Jahr in Europa nicht dahin gehoerig. Ich wie die meisten an Literatur interressierten waren am falschen Ort.

An Ploen kam mir die Erinerrung dass zu der Zeit mir man nur einen Orsname geben musste und mich fragen wie der zu dem gekommen, und in einer Stunde war, zu meinem wie der Zuhoerer/ Leser erstaunen ein Maerchen fertig. Da waren auch die von Arnim Vettern Ditloff und Dedo die bei uns im Herbst 1944 sowie die von Doehnof und Lehndorf Kinder als Fluechtlinge angekommen waren. Arnim - 100 Generaele und einen Dichter fuer Preussen. Manchmal versuch ich mir vorzustellen was fuer ein Leben geworde waere haette ich nich versuchen muessen das Deutsche mit dem Amerikanischen zu vereinen, ohne die Schwierigkeiten die das dan bereitet hat. Andere Schwierigkeiten hoechst wahrscheinlich. 

Ihr,

Michael Roloff

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Herman Hesse, Uwe Johnson, Ernst Bloch, Josef Winkler... there is also a Suhrkamp Photo Album, or there will be shortly. m.r.

 



SUHRKAMP VERLAG AND ME